Konzertreview #2

Placebo

…: Battle For The Sun Winter Tour 2009

* 26.11.2009

* Olympiahalle, München

* Support: Expatriate

Der Tag, an dem die Battle For The Sun Winter Tour 2009 in München gastieren sollte, war auf Thanksgiving gefallen. Ein netter Zufall für die zahlreichen Fans, die den Innenraum der Olympiahalle schon Monate vorher ausverkauft hatten – Dankbarkeit wurde an diesem Abend nämlich alle mal groß geschrieben. Viel Zeit war verstrichen, seit die Lieblingsband das letzte Mal in Mitten der beeindruckenden Architektur der frisch renovierten Olympiahalle gespielt hat – deswegen waren wahrscheinlich auch die meisten Fans seit den Mittagsstunden am Warten. Dementsprechend hysterisch verlief der Einlass (die Security hatte wahrlich alle Hände voll zu tun).

Und natürlich war man auf den Abend gut vorbereitet – man staunte über das Placebo Short Film Festival, mit dem ich tatsächlich einmal beim Warten auf eine Band bei guter Laune gehalten wurde, klatschte kräftig und zustimmend bei den MTV Exit Filmchen, lauschte Expatriate, die sich in großen Gesten versuchten und gar nicht mal so schlecht dabei wegkamen, und jubelte natürlich Steve zu, als der sich entschloss, spontan ein wenig Fanzuneigung abbekommen zu wollen.

Aber ausgerechnet Steve wurde zum Stimmungsbarometer des Abends („Warum zieht er denn sein T-Shirt nicht aus?“). Wenn auch ein eher schlechtes Stimmungsbarometer (unser Lieblingsschlagzeuger war krank und die Menge kochte über – quasi antizyklisch, wie man im BWL-Studium-verwöhntem München so schön sagt).

Äußerst pünktlich wurde um neun die mit weißem Teppich abgetapte Bühne betreten – aber natürlich musste erst der blitzweiße Vorhang fallen. Nach dem Intro wurde eröffnet mit „For What It’s Worth“. Die Setlist bestand aus hauptsächlich neuen Songs, die mit viel Elan von einer gut gekleideten Band (Netztop! Netztop!) aufgeführt wurden: „Ashtray Heart“, „Battle For The Sun“, „Bright Lights“, „Devil In The Details“, „Speak In Tongues“, „Julien“, „The Never-Ending Why“ und „Breathe Underwater“. Aber natürlich gab es auch altes – „alte Schule“, wie Brian es ausdrücken würde: „Special K“, „Special Needs“, „Follow The Cops Back Home“, „Because I Want You To“, „Blind“, „Infra-Red“, „Song To Say Goodbye“, das das reguläre Set vor den Zugaben schloss, „Every You Every Me“ und „Soulmates Never Die“.

Mein persönliches Highlight des Abends war dann aber kein neuer Song, sondern „20 Years“ 2.0, mit Stefan am Keyboard und Brian akustisch. Auch „Meds“ war, dank Kambodscha-Version, atemberaubend.

Nach so einem so langen Set, bei dem jede Minute ausgereizt wurde, konnte sich keiner beschweren, als dann nach „Taste in Men“ Schluss war, bei dem Stefan es sich nicht nehmen konnte, der Menge in der großen Olympiahalle ganz nahe zu sein. Denn das waren sie auch durchgängig – ganze nahe, immer bei der Sache, die brennende Kerze in der Kathedrale meines Herzens stets sicher.

© Simone, http://www.myblog.de/willowsangel

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