Konzertreview #5

Area 4

Nach 7 Stunden Fahrt am Vortrag, 2 selbst aufgebauten Zelten und 3 Stunden am Einlass öffnet endlich das Area 4 seine Pforten. Wer das Area 4 nicht kennt (also, mein kompletter Bekanntenkreis): Das Festival existiert seit fünf Jahren und findet auf einem ehemaligen Flugplatz in Nordrhein-Westfalen (genauer: Lüdinghausen) statt. Nach den letztjährigen Adelungen von Die Ärzte und den Beatsteaks war es also nur eine Frage der Zeit, bis unsere Lieblingsband sich dieses Festival aussucht. Das Line-Up könnte an Tag 1 nicht besser sein (Alain Johannes, Biffy Clyro, Queens Of The Stone Age), ebenso das Wetter. Der Sommer scheint nur für Placebo zurückgekehrt zu sein, man wird noch Tage später aussehen wie Blutorangenlimonade.

Der zeitliche Ablauf kommt ins Wanken, auch wenn Bela B versucht, das Programm zu retten, scheint der Auf- und Abbau der Editors mehr Zeit als vorgesehen zu verbrauchen. Und so ist es doch nicht Punkt 11, als das Intro ertönt. Die Bühne ist leer, das Herz klopft, der Stimmpart aus „Speak In Tongues“ zieht sich ins Endlose, bis die Jungs (und das Mädel) endlich herauskommen – und ausgerechnet mit „Nancy Boy“ loslegen. Für ein Konzert, das im WDR ausgestrahlt werden wird, und für ein Publikum, das hauptsächlich das aktuelle Album kennt, ist das reichlich mutig, denn es bleibt nicht nur bei dieser einen Perle: „Bionic“, „Teenage Angst“, „All Apologies“ sowie „Trigger Happy End“ versüßen die Setlist, die auf viele neuere Singles verzichtet (mal abgesehen von „Battle For The Sun“, „Ashtray Heart“, „Bright Lights“ und „Never-Ending Why“).

Steve zeigt seine gute Laune, in dem er shirtless am Schlagzeug sitzt – und Brian, in dem er die Band auf Deutsch vorstellt, was an Niedlichkeit nicht mal von Hundewelpen zu überbieten ist: „Wir sind Plazebo aus London!“

Im Gegensatz zum Schlagzeuger haben Stefan und Brian in die Klamottenkiste gegriffen, das Grundthema ist weiß, Brian trägt die allseits bekannte schwarze Mütze und derbe Boots. Der Anblick ist, genau, für die Götter.

Bereits Soundcheck erprobt noch viel hinreißender in der Dunkelheit: „Sleeping With Ghosts“. Und dann noch: „This is a public service announcment to breathe underwater!“

Dann erstmal Raucherpause. Kräfte sammeln für „Taste in Men“ (wofür eigentlich, wenn man eh nicht tanzt, Stef?).

Was bei einem sonst sowieso perfekten Konzert nicht fehlen darf, wurde brav bis halb zwei nachts geliefert:  „Meds“, „Infra-Red“, „Post Blue“, „Sleeping With Ghost“, „Special Needs“, „Every You, Every Me“ und „Bitter End“.

Yeah right. See you there sweeties!

©Simone, teaserette.wordpress.com

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