Konzertreview #9

Placebo Konzert Mannheim 20.12.06

Um das Wichtigste schon mal vorweg zu nehmen, das Konzert war total cool! Ich war sogar viel weiter vorne, als ich dachte! Da ich nachmittags noch in Frankfurt war und, an der Halle angekommen, erst noch eine halbe Ewigkeit vor der Kloschlange und dann an der Garderobe warten musste, bin ich erst recht spät rein in den Konzertsaal; die Vorgruppe [„Howling Bells“ gar nicht mal so schlecht, bekamen aber leider so wenig Aufmerksamkeit, daß sie ein paar mal verkündeten, wie toll doch das Publikum sei und wie toll doch die Hauptband ist, damit sie /irgendeine/ Reaktion bekommen haben. „The next song is for Brian from Placebo!“ – wär ja auch doof, wenn sie ihn Brian von den Backstreet Boys gewidmet hätte:)] spielte nur noch zwei, drei Lieder und dann wurde schon umgeräumt für Placebo. Man möchte meinen, wenn die Leute sehen, es wird umgeräumt, denken die: jetzt kommen gleich Placebo, da geh ich doch mal etwas weiter vor, damit ich gut gucken kann. Oder, für die, die sich noch im Vorraum befinden: Jetzt geh ich mal langsam rein. Doch weit gefehlt! Es sind Leute weiter nach hinten, bzw. raus gegangen. Auf einmal war viel mehr Platz. Keine Ahnung, warum. Für mich war’s gut. Und immer wenn sich einer vorgedrängelt hat, hab ich ihn höflich vorbei gelassen und mich dann an seine Fersen geheftet. Und wenn ich dann mal den Kopf nach hinten gedreht hab, hab ich da schon einige wieder erkannt, die vorher vor mir gestanden haben. Ein großer Typ neben mir hat mir ganz laut ins Ohr gesungen. Und zwar immer die Lieder, die jetzt nicht direkt meine Lieblingslieder waren. Dafür hat er sich nicht großartig geregt, wenn ich voll abgegangen bin. Bin gehüpft und alles Mögliche. War voll schön.

Brian hatte leider kein Kleidchen an, sondern nur ein dunkel gemustertes Hemd und eine schwarze Hose. Die Hose war recht eng und über den Schoß hatte er ja immer seine Gitarre hängen, deshalb hab ich gedacht, vielleicht trägt er ja doch einen Minirock und blickdichte Strumpfhosen. Aber als er sich mal umgedreht hat, konnte man doch sehen, daß es nur eine Hose war. Seine Haare waren leider immer noch so kurz, wie im Meds-Video. Der Stefan hatte ein schwarzes, enges ärmelloses Oberteil an. Mir wurde da erst bewusst, wie extrem schlank er ist. Er hat den Bass immer wieder mal weg vom Körper gehalten und /hochkant/ gespielt. Das sah cool aus! Von Steve Hewitt hat man leider nicht so viel gesehen, weil er immer hinter dem Schlagzeug saß. Aber es gab Videoleinwände, auf denen die meiste Zeit alles mögliche lief – Gebäude, Menschen, Blumen,…- und da wurde er auch manchmal gezeigt. Er trug ein einfaches graues T-Shirt. Am Ende kamen aber alle nach vorn auf die Bühne, weil es das letzte Konzert in dem Jahr war, und haben Sekt getrunken und damit herumgespritzt.

Brian hat auch deutsch gesprochen! Allerdings ziemlich wirres Zeug und ich denke, das lag nicht nur daran, dass er die Sprache nicht so perfekt beherrscht [Drogen?]; z.B.: „Bald ist Weihnachten. Da kommen Maria und Joseph und das kleine Jesus Baby…Und heute sind hier die Damen und Herren von Placebo!“ oder: „Jetzt kommt mal etwas ganz anderes. Etwas deutscher Hip Hop [!]. Etwas Oldschool.“ Und ich hab noch gedacht: Was? (Brian kann ja Fremdsprachen, aber HipHop?// Das muss ja auch noch sehr schnell vorgetragen werden. Wie will er das machen? Es kam natürlich /kein/ deutscher HipHop, sondern ein älteres Lied von ihnen selbst. (Schlimm, dass mir nicht mehr einfällt, welches!)

Ein Mädchen, das in in meiner Nähe stand, ist übrigens umgekippt. Ein Junge hat es aufgefangen und dein anders Mädchen hat Kreislauftropfen aus seiner Tasche geholt. „Einfach in den Mund schütten!“, hat sie gesagt. Fand ich witzig. Ich hab nur gedacht, warum tragen die die denn nicht endlich raus? Aber klar: Derjenige verpasst ja dann den Rest vom Konzert. Teenager waren übrigens überraschend wenige da. Eher Leute über zwanzig oder ältere. Bei einer Frau hab ich gedacht, wie süß, die ist bestimmt mit ihren Kindern da! Aber sie hatte ein Placebo T-Shirt an… Ein Mann mit grauen Haaren war auch da, aber der war tatsächlich mit seiner Tochter da.

Nach etwa, grob geschätzt, zwei Stunden war’s dann leider zu Ende, aber ich bin heut noch verzaubert, wenn ich daran zurück denke. Hab mir dann draußen vor de Halle noch so ein schönes Tourplakat gekauft, das hängt immer noch über meinem Bett.

© Tibouchina

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