Konzertreview #11

Placebo-Konzertbericht vom Highfield am 21.08.10

Placebo beim Highfield-Festival in Großpösna – den ganzen Sommer hatte ich mich darauf gefreut. Das erste „Wiedersehen“ nach der DE-Tour 2009…endlich! 😀

Ich war mit meinen Freunden bereits am Freitagvormittag auf dem Festivalgelände eingetroffen und habe deswegen schon Auftritte von Wir sind Helden, Gogol Bordello, Wizo und Archive am Freitag genießen dürfen. Außerdem die großartigen Dúné, The 69 Eyes natürlich Expatriate am Samstagvormittag.

Während dieser Zeit am Samstag stieg die Aufregung immer mehr, vor allem natürlich bei Expatriate, wir hofften, Steve vielleicht wieder irgendwo rumhuschen zu sehen…aber vergebens.

Gegen Nachmittag zogen wir uns in unser Zelt zurück, um uns „Placebo-fertig“ zu machen, denn ab dem Auftritt von Danko Jones wollten wir auf keinen Fall mehr den Bereich vor der Bühne verlassen. Wir haben uns also mit Essen, Trinken und einem Pullover bepackt, denn trotz der teilweise brütenden Hitze tagsüber wurde es abends unangenehm kalt, und Placebo sollten ja erst um 0 Uhr beginnen.

Wie geplant bezogen wir dann zum Auftritt von Danko Jones den Bühnenbereich, jedoch nahmen wir erstmal am Rand Platz, da das Publikum von Danko Jones uns keine Chance ließ in Bühnennähe zu kommen  – dies war jedoch überhaupt nicht schlimm, denn wir erblickten Jyrki 69, der sich mit den Fans unterhielt.

Nach Danko Jones kamen Madsen und wir hatten die Möglichkeit, schon recht nah zur Bühne zu kommen. Der Auftritt von Madsen dann war super – als letzten Song spielen sie „Where Is My Mind“, was Placebo ja auch gecovert haben! 😀

Dann jedoch…kam der wirklich (wirklich!) schlimme Teil des Abends…in Form des bösen unheiligen Grafs. Bis heute verstehe ich nicht, wieso Unheilig beim Highfield gebucht wurden, und dann auch noch vor Placebo…unpassender geht es doch kaum!?

Das Gute an der Sache war jedoch, dass sich der Platz vor der Bühne stark leerte – es waren praktisch nur noch Placebofans vor Ort. Unheilig hatte keine Fans, was sich später noch bestätigen sollte. Meine beste Freundin (auch Placebofan) und ich standen in der vierten Reihe, was wir dafür, dass wir erst so spät bei der Bühne waren, wirklich gut fanden. Wir kamen auch schnell ins Gespräch mit anderen Placebofans, man gab uns eine Visitenkarte für das PFWW-Forum.

Dann jedoch betrat der Graf die Bühne und wirklich…mir fällt keine Band außer Placebo ein, für die ich mir das nochmal antun würde. Das Set war an Langeweile kaum zu überbieten, da haben auch die schwitzige Glatze und die regelmäßigen Griffe in den Schritt des Grafs nichts geholfen. Ab dem dritten Song wurden „Buh“-Rufe im Publikum laut, zwischendurch konnte man immer wieder die Parole „Lass dir die Haare wachsen!“ vernehmen. Im Publikum gab es keinerlei Bewegung, sodass wir uns, wie die meisten der uns umstehenden Zuschauer, hingesetzt und uns unterhalten haben.

Zwischendurch blickte ich immermal wieder zur Bühne, der Graf hatte inzwischen Applaus erhalten – für den Ausruf „Gleich kommen Placebo!“

Irgendwann, als ich schon anfing zu zweifeln, war es dann jedoch tatsächlich zu Ende – nur noch wenige Minuten bis Placebo! 😀

Meine Freundin und ich standen dort grinsender weise und voller Erwartung…und auf einmal ging es Hals über Kopf los. Das Intro startete, jedoch war es viel kürzer als bei den Konzerten 2009, und dann standen sie auf einmal alle aug der Bühne. In weiß, wie so oft und spielen ihren Opener „Nancy Boy“, dass ich das nochmal erleben durften! Argh! 😀

Unsere anfängliche Euphorie wurde dann jedoch getrübt, als meine Freundin einen Ellenbogen gegen die Nase bekam, welche daraufhin zu bluten anfing…sie wollte raus aus der Menge. Gott sei Dank hat ein Freund, welche weiter hinten stand, sie rausgezogen und zu sich genommen, sodass ich alleine vorn bleiben konnte, was für meine Freundin auch okay war. Im Laufe der Show spielten sie dann neben neuen Sachen wie „Ashtray Heart“ und Klassikern wie „Every You Every Me“ auch ganz neues, wie das Nirvana-Cover „All Apologies“ oder die neue Version von „Teenage Angst“, die mir persönlich seehr sehr gut gefällt! Dann – ich konnte es erst wieder kaum glauben – spielten sie tatsächlich „Scared Of Girls“! Ich hatte so sehr gehofft und tatsächlich! Es war unglaublich!

Nach 15 Songs legten sie dann eine erste kurze Pause, jedoch bloß, um dann wieder mit „Trigger Happy Hands“ die Bühne zu erklimmen…bei dem Song hatte ich ein wenig das Gefühl, dass selbst von den umstehenden Fans viele nicht wussten, worum es sich handelt, bei der „Put your hands in the air, wave them like you give a fuck“-Passage hab ich außer mir keinen bemerkt, der wirklich seine Hände hoch hatte.

Das tat meiner Stimmung natürlich dennoch keinen Abbruch, außer der Band und besonders Brian hat mich in dem Moment nichts um mich herum interessiert.

Anfangs war ich noch etwas enttäuscht, dass er seine Brille wieder trug, jedoch hat er sie nach dem 3. oder 4. Lied abgenommen – man, gut sah er wieder aus xD

Auch die anderen Bandmitglieder enttäuschten nicht, Steve spielte wie so oft oben ohne und auch Stef war in seinem Muskelshirt nicht unansehnlich.

Zwischendrin hat Brian sich dann eine Zigarette angezündet und sie in seine Gitarre gesteckt – sehr nice.

Nachdem sie jedenfalls THH und drei weitere Songs gespielt hatten (als letztes „Taste In Men“), neigte sich das Konzert dem Ende entgegen. Wie auch schon 2009 kamen die Band mit Fiona, Bill und Nick auf die Bühne um sich im Akkord zu verbeugen. Steve warf seine Sticks ins Publikum, und noch vor 01:30 Uhr, was als offizielles Ende angegeben war, verließen sie die Bühne.

Das Ende kam, wie auch der Anfang, für mich ziemlich plötzlich – so schnell wie sie da waren, waren sie auch wieder weg. Ich brauchte erst mal eine Zeit lang, um mich zu sammeln. Berieselt und glücklich trat ich den Weg zu meinen Freunden an, die abseits zur Bühne standen. Sie alle, auch meine Freundin waren weitaus weniger euphorisch, sie fanden es, ich zitiere, „ziemlich ernüchternd“.

Ich war anderer Meinung – sodass ziemlich bald wieder dieses typische Gefühl von „Es kann doch noch nicht vorbei sein“ einsetzte, was sich auch über den ganzen Sonntag zog, auch Bela B., Fettes Brot und Blink 182 vermochten das nicht zu ändern. Aber spätestens als wir dann Sonntagnacht zur Heimfahrt antraten war mir dann klar – es war definitiv nicht das letzte Mal.

© Diokhan

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