Konzertreview #2_4

„Placebotrip“ nach Berlin und Stuttgart – 09.08.11 bis 12.08.11

Hach ja, schön war’s 😀
Eine andere Einleitung für einen Bericht der vergangenen Tage fällt mir auch bei längerem Nachdenken nicht ein – ich fang daher einfach mal vorn an 😉

Am Dienstagmorgen machte ich mich vergnügt auf den Weg zum Treffen mit Kashi und Black Cinderella.
Nachdem wir uns problemlos gefunden hatten ging es dann direkt los in Richtung Berlin. Die Fahrt verlief Gott sei Dank recht flott, größere Staus blieben uns erspart. Auch das Huxleys Neue Welt fanden wir nach einer Fahrt durchs wunderschöne Neukölln (xD) schnell.
Nachdem Cinderellas Auto auf dem hauseigenen Parkplatz dort abgestellt wurde, aßen wir im Karstadt-Restaurant zu Mittag und machten danach einen Spaziergang durch einen Park mit kleinen Tiergehegen, der hinter dem Huxleys lag. Das war ja sooo süß 😛
Leider fing es dann, nachdem wir eine Weile gelaufen waren, an zu regnen sodass wir uns (nach kurzen Orientierungsschwierigkeiten – geht’s nach rechts oder links zurück?) noch mal ins Auto gesetzt und ausgeruht haben.
Der Eingang des Huxleys füllte sich währenddessen mit immer mehr wartenden Fans, schon als wir ankamen, saß eine stattliche Anzahl dort.
Zu gegebener Zeit begaben wir uns dann jedenfalls auch in Richtung Einlass, wo wir auf Bina, Centrefolds und Muffin trafen. Nach kurzer Begrüßung ging es dann hinein. Zu erwähnen sei hier die – wie ich fand – supernette Frau am Einlass, die total entspannt und freundlich die Strichcodes der Karten kontrollierte (sie hat sich sogar noch entschuldigt, dass sie mich erst mit „Hallo Nicole“ begrüßt hat, nachdem ich ihr meine Karte gegeben habe).
Nach einem letzten Gang zur Toilette suchten wir uns einen Platz – und fanden auch sofort einen sehr guten, an der einen Seite der Halle stand so eine Art „Treppe“ auf deren Stufen man sitzen und stehen konnte, und eine super gute Sicht zur Bühne hatte.
Die Halle füllte sich nur träge, was jedoch bestimmt an der Art des Einlasses lag. Wir hatten währenddessen Spaß mit dem Merchandise-Stand, von dem Kashi ja schon Bilder gepostet hat…man hatte wirklich dein Eindruck, man sei im Ausverkauf…ich fand das schon ein bisschen lasch. Aber so kam man nicht in Versuchung, noch mehr Geld auszugeben 😉
Gegen 19:30 Uhr begann dann Timo Maas mit seinem Set.
Das ging mal ab! Bzw. sollte es eigentlich…das Publikum schien größtenteils nicht wirklich was mit ihm anfangen zu können, obwohl er echt sehr gut war. Sein Set war abwechslungsreich und hat Stimmung gemacht. Die Leute haben jedoch kaum reagiert. Auch als „Like Siamese“ und „First Day“ kamen änderte sich das nicht, trotz Brians deutlich zu hörender Stimme. Als das Set beendet war, wurde zwar applaudiert, aber so richtig von den Socken schien es keinen gehauen zu haben.
Und ja…nach einer kurzen Umbaupause betragen Placebo die Bühne. Es war ein unglaubliches Gefühl, nach fast einem Jahr wieder das BFTS-Intro zu hören. Das Licht verdunkelt sich, die laute Musik ertönt, die Menge jubelt….Gänsehaut pur. Ich hatte in dem Moment eine spontane Eingebung xD Und hab Molkoholic angerufen, um sie auf Stuttgart einzustimmen. Meine Hand hat total gezittert, während ich das Handy Richtung Bühne hielt und Brian, Stef und Steve zusammen mit Fiona, Nick und Bill unter lautem Jubel die Bühne betragen und mit „For What It’s Worth“ loslegten.
Ich hab natürlich sofort wie ne Irre mitgebrüllt als Brian zu singen anfing (an dieser Stelle sorry an Kashi und besonders Cinderella, die vor mir stand xD), und dieses ganz besondere Placebogefühl, was ich auch bei den letzten Konzerten immer so genossen hab, war auf der Stelle wieder da.
Als FWIW beendet war und „Ashtray Heart“ begann, hab ich Molkoholic erstmal wieder weggedrückt und mich vollkommen dem Konzert „hingegeben“. Brian und die anderen wiederzusehen war wie…keine Ahnung…Drogenkonsum nach langer Abstinenz, anders kann man es wohl nicht beschreiben^^ Ich hab mich ernsthaft kurz gefragt, wie ich so lange ohne leben konnte xD
Das Grinsen konnte nur durch lautstarkes Mitsingen unterbrochen werden, was ich den ganzen Abend über aktiv tat 😉
Bei „Meds“ hab ich dann noch mal Molkoholic angerufen und sie mithören lassen- schau an, das Zittern war weg, ich war wieder voll drauf 😉
Brian hat während des ganzen Konzerts ziemlich viel geredet, er hat etwas zu den Aufständen in London gesagt, „All Apologies“ Amy Winehouse gewidmet und diejenigen, die schon mal wegen Drogen verhaftet wurden, aufgefordert, sich zu melden, um ihnen dann auch einen Song zu widmen (Asche auf mein Haupt, ich weiß nicht mehr, welcher Song es war^^)
Die Setlist allerdings hat mich, muss ich sagen, ziemlich enttäuscht. Dass sie FWIW wieder gespielt haben war toll, aber ansonsten kein „besonderer“ Song…so was wie „Bionic“, „Scared Of Girls“, „Nancy Boy“ oder was, was sie eben im Sommer 2010 noch gespielt haben, oder auch „Special K.“ oder meinetwegen auch nur „Devil In The Details“ oder „Julien“…nüscht war 😦
Auch die kurze Dauer des Konzert fand ich lahm…70 Minuten ging es nur, mein bisher kürzester Auftritt von Placebo.
Dazu kam auch noch (Achtung, Fanmodus!) der Zustand der Band, fand ich. Steve und Stef sahen beide super aus, total frisch und voller Energie. Brian dagegen wirke irgendwie…nun…noch nicht richtig wieder fit. Sein Gesicht hat zwar genauso vor Enthusiasmus gesprüht wie das der anderen, jedoch wirke er noch dünner als im letzten Jahr, man kann schon sagen dürr. In Stuttgart wirkte es nicht so…aber als er da in Berlin stand und ich trotz der Entfernung zur Bühne fast seine Rippen zählen konnte, das war irgendwie nicht so schön 😦
Weiterhin hat mich eine Beobachtung direkt nach Konzertschluss beunruhigt…zwischen Bühne und Backstagebereich war so ein kleiner Zwischenraum, wo man durchgehen musste, und den das Publikum einsehen konnte. Nach der Show sind alle nacheinander da durch gerannt, Stef als Vorletzter, nur noch Brian hat gefehlt. Aber er kam nicht direkt, sondern erst nach einer kurzen Pause da durch, gestützt von zwei Frauen, die hatte ihr Gesicht ganz nahe an seinem und hat mit ihm gesprochen.
Das ganze dauerte keine zwei Sekunden, deswegen konnte ich keine Details sehen, aber dennoch…
All diese kleinen Aspekte bewirkten, dass die Euphorie nach dem Konzert schnell einer gewissen Enttäuschung wich, die sich immer breiter machte. So toll es war, Placebo wieder zu sehen…ich hatte irgendwie mehr erwartet. Und so viel Spaß ich während der einzelnen Songs auch hatte, das Sahnehäubchen hat einfach gefehlt. Ich weiß, das ist Klagen auf sehr hohem Niveau…aber vielleicht versteht ihr ja, was ich meine :-/

Trotz diesem negativen Gefühl und der Befürchtung, es würde genauso werden wie in Berlin, freute ich mich wie Bolle auf Stuttgart.
Die Rückfahrt nach Hamburg verlief Gott sei Dank ebenso gut wie die Hinfahrt, wir machten zwischendurch eine kleine Rast und waren dann – glaube ich – so gegen 01:30 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof. Cinderella schmiss Kashi und mich raus und fuhr von Dannen, während wir beide den McDonalds im Hbf aufsuchten.
Nach einem kurzen Toilettenbesuch (unnötige Info, aber: Das war das widerwärtigste, schmuddeligste Klo, was ich je bei nem Mäcces gesehen hab, es war ALLES vollgepinkelt und hat soooooo gestunken, WÜRG) verabschiedeten wir uns. Kashi zum Bus Richtung Heimat und ich an den nächst gelegenen freien Tisch, um dort auf meinen Zug nach Stuttgart zu warten.
Meeeeine Fresse. Ich bin ja einiges gewöhnt, und hab ja auch schon mehrmals im Berliner Hauptbahnhof genächtigt, aber das hier stellte alles in den Schatten. Ein Typ, der die ganze Nacht (!) immer nur im Laden und her gegangen ist, pausenlos, dann eine Familie mit drei kleinen Kindern (WTF machen die dort nachts?), unzählige betrunkene Jugendliche und ich mittendrin. Gott sei Dank waren noch einige andere normale Menschen dort, die auch auf ihren Zug gewartet haben, sodass ich mich irgendwann mit meinem Buch zu einer anderen jungen Frau gesetzt habe und mit ihr geklönt habe, wohin uns denn die Reisen so führen^^
Um 04:56 Uhr fuhr mein Zug dann endlich.
Den Plan, im Zug zu schlafen, gab ich schnell auf – zu laut, zu unbequem – und gönnte mir lieber noch zwei weitere schwarze Dosen (insgesamt hatte ich bis zum Mittwochabend 6 Energy, falls es wen interessiert^^) und las während der ansonsten sehr ruhigen und angenehmen Fahrt 2 meiner 3 mitgenommenen Bücher.
Zwischendrin – auch schon in Berlin – nutzte ich die ganze Zeit die tolle Internetfunktion meines Handys, für die ich allerdings keine Flat hab – das, plus die Anrufe und SMS an Molkoholic in Österreich, ich will gar nicht wissen, wie meine Rechnung am Monatsende aussehen wird xD
Aber egal, gegen 10 war ich dann in Stuttgart. Molkoholic und Aline, meine Freundin die mit dabei war, kamen erst später, sodass ich mich schon mal zum ersten Kontrollbesuch Richtung Schlossplatz aufmachte. Dort war großes Aufbauen angesagt und mir liefen sofort einige Mädels über den Weg, die mir schon am Vorabend in Berlin begegnet sind.
Um 12:30 Uhr erreichte Aline, die in Jena studiert, aber gebürtig aus der Nähe von Stuttgart kommt, den Bahnhof und wir gönnten uns ein Mittagessen bei Burger King xD

Molkoholic stieß um 14 Uhr zu uns und wie checkten in unser Dreierzimmer im Hostel ein, welches Gott sei Dank direkt beim Schlossplatz lag.
Nachdem wir angekommen waren, gingen wir noch einmal zum Schlossplatz, wo Molkoholic andere Bekannte traf, sodass Aline und ich alleine die Stuttgarter Einkaufsstraße rauf und runter spazierten.
Am Nachmittag deckten wir uns noch mit Obst, 5-Minuten-Terrinen, Wasser und Sekt ein, saßen im Zimmer, redeten ausgiebig über Placebo (ich durfte detailliert über Berlin berichten), aßen im Zimmer zu Abend und planten den nächsten Tag. Molkoholic wollte schon sehr früh zum Platz, ich war dem vorangegangenen entsprechend xD ziemlich müde, in sofern lagen wir um 21:30 Uhr im Bett. Aline nutzte die Zeit um noch etwas für die Uni zu tun, ich verschwand rasch im Reich der Träume.

Als Aline und ich am Donnerstagmorgen gegen 10 aufstanden und duschten, war Molkoholic schon längst unterwegs.
Aline und ich machten uns in aller Ruhe fertig, packten unsere sieben Sachen, holten uns noch etwas zu essen und kamen kurz nach 12 auch beim Schlossplatz an. Dort war schon einiges los, mehrere Mädels schienen vor Ort übernachtet zu haben. Auffällig fand ich, dass die 30STM Fans zahlenmäßig sehr stark überlegen waren. Man sah auch mehrere mit Placebo Shirt, aber die Echelons überwiegten dennoch deutlich…das war ein wenig anstrengend 😛
Aline und ich jedenfalls setzten uns zu Molkoholic und warteten. Die Sonne knallte vom Himmel, zwischendrin gingen wir etwas zu trinken kaufen und zur Toilette, die Zeit wollte nur langsam vergehen. Eine Freundin aus Alines Heimatstadt kam noch kurz vorbei, sie wollte erst kurz vor Beginn aufs Gelände.
Um 16 Uhr öffnen dann endlich die Pforten, die Weiber schlugen sich um die besten Plätze, auf schnellstem Weg in die erste Reihe 😛
Aline und ich gingen gemütlich Richtung Bühne und kamen in der vierten Reihe zum stehen, links, also auf der „Brian-Seite“.
In der Stunde bis zum Beginn der Veranstaltung kippten dann reihenweise Mädels auf den vorderen Plätzen um, die weil die Sonne so stark geschienen hat und die Wasserversorgung von den Securitys nur schleppend in Gang kam. Es durfte außer kleinen Tetrapacks nichts mit aufs Gelände genommen werden, und auch die Eis- und Getränkeverkäufer kamen erst später in den vorderen Bereich…das hätte man besser machen können, aber andererseits sind die, die vorher nicht genug trinken, auch ein bisschen selbst schuld.
Uns ist Gott sei Dank kreislauftechnisch nichts passiert, jedoch haben wir ziemlichen Sonnenbrand im Nacken bekommen:(
Kurz nach 17 Uhr begannen dann The Words zu spielen. Ich fand sie überraschend gut, eine gute Einleitung auf den Abend. Sie spielten 30 Minuten, eine angemessene Zeit. Danach liefen auf den Bildschirmen ein paar Werbefilme von Mercedes, und dann…ja, dann kam das absolute Highlight: Boris Becker 😀
Er hat einen Scheck von Mercedes entgegen genommen. Sein bezauberndes Lächeln hat uns völlig um den Verstand gebracht, seine fröhliche und motivierte Ausstrahlung war nicht zu übertreffen. Boris, ich will ein Kind von dir…du hast ja erst so wenige 😛

Naja, als er dann wieder weg war xDD kamen 30 Seconds To Mars. Ich hatte im Voraus große Befürchtungen, was das Publikums angeht…der größte Teil der Zuschauer vorne war eindeutig 30STM zuzuordnen, und was ich bisher so gehört habe, sind die ja nicht sonderlich zimperlich miteinander. Jedoch lief alles überraschend entspannt, das große Gedränge in Richtung Jared blieb aus. Mag an der unglaublich schlechten musikalischen Leistung gelegen haben. Auf Platte mag ich die Musik ja ganz gerne, jedoch war die gesangliche Leistung von Jared unter aller Kanone. Meistens war uns nur unverständliches „Gebrüll“. Shannon und Tomo machten ihre Sache ganz gut, jedoch nicht außergewöhnlich.
Das „Drumherum“ des Auftritt, also die beiden Kinder auf der Bühne, das Reden mit dem Publikum und so weiter fand ich dagegen sehr unterhaltsam und passend zu 30STM. Andere Bands sollten das nicht machen (Placebo zum Bleistift^^), aber zu Jared und co. passt es.
Meine Laune wurde während des Auftritts zusätzlich durch Brian aufgehellt, der die ganze Zeit mit Bierchen in der Hand am Bühnenrand zu sehen war, wo er sich den 30STM Auftritt angeschaut hat. Meine Vorfreude stieg immer weiter an, an die negativen Punkte aus Berlin hab ich nicht mehr gedacht.
Zwischendrin stimmte Jared auch „Pure Morning“ an, eine nette Geste, meiner Meinung nach, die die Vorfreude nochmals gesteigert hat.
Nach dem Auftritt von 30STM gab es ziemlichen Tumult im Publikum, viele Zuschauer wollten raus aus der Menge, außerdem drängten sich viele Placebofans nach vorne. Neben uns stand ein unglaublicher netter junger Herr aus Dresden^^ der einen Zettel mit dem Aufdruck „We miss you Placebo“ in der Hand hielt. Ich fragte ihn, ob er noch mehr davon hat, und er gab Aline und mir auch einen. Die Zettel wurden weiter hinten von Mitgliedern des PFWW verteilt, die die Aktion vorher im Forum geplant hatten. Ich fand die Idee einfach nur wunderbar und freute mich sehr, dabei mitmachen zu dürfen.
Allgemein waren die Placebofans um uns herum alle total nett und offen, ich habe Komplimente für mein „Cut here“-Shirt bekommen^^ Bei den früheren Placeboshows hab ich da eher andere Erfahrungen gemacht, leider.

Und ja…um 20:30 Uhr ging es dann los. Mein Gott, es mag daran liegen, dass sich die Aufregung den Tag über so aufgestaut hat, aber als es wieder mit „For What It’s Worth“ losging, bin ich schier AUSGERASTET 😀
Brian sah viel besser aus als in Berlin, wirkte in dem weißen T-Shirt und der Weste nicht ganz so arg dünn, auch Stefan mit seinem Glitzeranzug sah toll aus, Steve und die anderen ebenso.
Ich hab jedes Wort mitgebrüllt, die anderen um mich herum ebenso.
Beim zweiten Song, es war wieder „Ashtray Heart“, hat eine fremde Frau, die zufällig neben mir stand, meine Hand gedrückt und mir zugelächelt – eine superschöne Geste für mich, ich hatte bei noch keinem Konzert das Gefühl, so sehr Teil eines „Ganzen“ zu sein, so viele nette Leute und Placebo so gut drauf.
Der dritte Song war „Soulmates“, DER Song von Aline und mir. Soulmates never die halt 😉
Wir hielten uns bei der Hand, die Stimmung in der Menge war unglaublich intensiv…mir fehlen fast die Worte.
Danach kam „Bright Lights“, der Song, bei dem die „We miss you Placebo“ Schilder hochgehalten wurden. Ich selbst konnte aufgrund meiner eher geringen Körpergröße^^ nicht sehen, wie viele Leute mitgemacht haben und hoffe immer noch auf ein paar mehr Bilder davon, aber auch hier hatte man wieder das Gefühl, Teil einer großen Sache zu sein. Die Reaktionen von Stef und Steve konnte ich nicht sehen, aber Brian hat in „unsere“ Richtung gelächelt und sich kurz verbeugt. Die Stimmung wurde noch besser, als sie eh schon war…auch wenn das kaum ging 😉
Bei den folgenden Songs ging es dann immer so weiter, kollektives Mitbrüllen, eine großartige Band, besser ging es nicht.
Und ja, nach „The Bitter End“ kam es dann….als die ersten Töne von „Running Up That Hill“ erklungen, war ich mir erst SICHER, den Song zu verwechseln, das konnte doch nicht wirklich sein. Dann ertönten jedoch im Publikum immer mehr Stimmen, dass es dieser Song sei…ich dachte, das ist ein Traum.
Ich fand RUTH beim Konzert 2006 den mit Abstand besten Song und hätte nie gedacht, das noch einmal erleben zu dürfen. Als Brian mit „It doesn’t hurt me…“ loslegte, hing das gesamte Publikum an seinen Lippen, es war einfach wundervoll, unglaublich.
Auch bei „Trigger Happy Hands“ und den restlichen Songs hatte ich die ganze Zeit nur RUTH im Ohr. Danke, Placebo 😀
Nach einer wie immer spektakulären „Taste In Men“ Performance war dann – leider – Schluss. Ich war selig!
Brian hat zwar weniger geredet als in Berlin (Das mit dem, wer schon mal im Gefängnis war, sagte er nicht), wirkte aber wie gesagt viel gesünder und fideler, der gesamten Band schien der Auftritt großen Spaß gemacht zu haben – sie hatten einfach alles richtig gemacht.
Nachdem das Publikum verabschiedet wurde, tropfte die Menge so langsam auseinander. Wir verabschiedeten uns kurz von dem netten Dresdner und ich sprach noch mal kur die Frau an, die meine Hand gedrückt hat. Es stellte sich heraus, dass sie ebenfalls im PFWW ist und auf meine Frage „Kennst du Luzie?“, kam ein sofortiges „Na klar!“ XD

Aline und ich fanden dann nach kurzem Suchen auch Molkoholic wieder, die gewillt war, nach dem Konzert noch ein bisschen vor Ort zu bleiben und zu schauen, ob man die Band eventuell noch erwischt. Aline hingegen hatte keine Lust mehr, und ging nach einem kurzen Treffen mit ihrer anderen Freundin schon mal ins Hotel.
Molkoholic und ich trafen währenddessen am Hinterausgang wieder auf Centrefolds und Muffin. Wir blieben eine Zeitlang dort, doch außer Bill sahen wir niemanden.

Wir waren beide müde und hatten keine Lust mehr, deswegen warfen wir noch mal einen Blick aufs Gelände…dort wurde schon abgebaut und irgendwie hielt uns keiner auf, als wir die Chance nutzen, und in den offenen Backstagebereich gingen. Es gab keinerlei Sicherheitsleute mehr, und auch die Arbeiter sagten nichts. Im Backstagebereich sahen wir Schilder auf denen „Placebo everyting“ und „30 Seconds To Mars everything“ stand, außerdem begegnete uns ein Spanier, der – soweit wir ihn verstanden – Fiona getroffen und Brian irgendwie gesehen hatte. Wir suchten dann noch etwas weiter, bis uns eine Securityfrau (wo kam die auf einmal her?) rauswarf, mit den Worten „Ihr könnt hier nicht einfach rein“. Offensichtlich konnten wir schon, und wenn sie nicht absperren, ist es auch kein Wunder, dass Leute kommen (inzwischen liefen da noch ein paar mehr rum), aber das interessierte sie nicht.
Wir standen dann noch eine Weile dort rum, Busse fuhren weg, und irgendwann gingen wir ins Hotel, wo wir todestot ins Bett fielen.
Am nächsten Morgen brach Molkohlic dann schon früh auf in Richtung Nürnberg, und Aline und ich verbrachten den Tag in der Wilhelma, dem Stuttgarter Zoo.
Mein Zug ging um 20 Uhr, ich war ziemlich fertig, als ich gegen 01:30 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof ankam. Ich wollte auf dem schnellsten Weg in mein Bett, als ich auf einmal Bina am Gleis sitzen sah 🙂
Wir sprachen noch kurz über das Konzert in Berlin, dann nahm ich mir ein Taxi, fuhr nach Hause – gegen 03:00 Uhr lag ich dann endlich Zuhause in meinem Bettchen und schlief ein.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass sich die Mühe und der (nicht zuletzt finanzielle) Aufwand auf jeden Fall gelohnt haben. Ich habe viele nette Leute kennengelernt, meine Lieblingsband zweimal gesehen und festgestellt, dass sie wirklich, wie Brian schon sagte, wie Heroin sind – „dangerous, mysterious and totally addictive“ 😉
Das Stuttgart Konzert war zwar besser als das in Berlin, aber auch die Fahrt dorthin hat sich definitiv gelohnt (danke noch mal an Kashi und Cinderella ;))

Ich freue mich schon sehr auf das, was Placebo uns als nächstes bieten werden, besonders auf die Tour natürlich. Bis 2012 ist es ja Gott sei Dank nicht mehr ganz so lang 😉 

© Von Nicola (Diokhan)

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2 Antworten zu Konzertreview #2_4

  1. Emilia schreibt:

    Hallo Nicola,
    bei deinem Bericht bekomm ich echt Gänsehaut. Stuttgart war mein Highlight dieses Jahr und auch ich fiebere einer neuen Tour entgegen.
    Viele Grüße
    Emilia

  2. stvbf schreibt:

    Als RUTH anfing gings mir ungefähr genauso ich konnts gar nicht glauben ich war voll glücklich 🙂

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