Brian Molko

Brian erblickte am 10. Dezember 1972 in Brüssel als Sohn einer Schottin und eines Amerikaners mit italienischen und französischen Vorfahren das Licht der Welt. Er lebte aber nicht lange in Belgien, sondern zog etliche Male mit seinen Eltern und seinem zehn Jahre älteren Bruder um, denn Brians Vater war erfolgreicher Banker und dieser Job machte es erforderlich, dass die Familie zeitweise in fernen Ländern wie Liberia und Libanon lebte, bevor sie sich schließlich in Luxemburg niederließ. Dort besuchte Brian die International School of Luxemburg, wie übrigens auch Bandkollege Stefan Olsdal. Da die beiden damals aber ganz unterschiedliche Interessen hatten (Stef interessierte sich zum Beispiel sehr für Sport, eine Disziplin, die Brian verhasst war) und wegen ihres Alters-unterschiedes nicht dieselbe Klassenstufe besuchten, kannten sie sich nur flüchtig. Brian hob in Interviews immer wieder hervor, dass er ein Einzelgänger war und sich als Jugendlicher ganz gerne in sein Zimmer zum Gitarrespielen, das er sich selbst beibrachte, zurückzog. Als er damals zum ersten Mal Sonic Youth hörte, war das für ihn ein Aha-Erlebnis, das sein Leben veränderte, und er versuchte mache Lieder auf der Gitarre nachzuspielen.

Luxemburg bezeichnete er oft als total langweiliges Nest, manche Aussagen hören sich sogar so an, als ob er dieses kleine Land hasst, und diese Abneigung hat vielleicht auch damit zu tun, dass seine Eltern sich dort getrennt haben. Immerhin ist der Zeit in Luxemburg zu verdanken, dass Brian heute noch nahezu perfekt französisch spricht!

Brian wurde sehr streng erzogen; seine Mutter ist gläubige Christin und sorgte dafür, dass Brian regelmäßig die Kirche und auch die Sonntagsschule besuchte. Sie wünschte sich, dass ihr jüngster Sohn Priester wird, während sein Vater einen Banker aus ihm machen wollte. Aber Brian konnte sich weder für das eine noch für das andere begeistern. Er liebte das Theaterspielen und zog Ende 1990 nach London, um am Goldsmith’s College Schau-spielerei zu studieren. 1994 hatte er das Diplom in der Tasche und war erst einmal arbeitslos, sodass er genügend Zeit hatte, sich ausgiebig der Gitarre zu widmen. In dieser Zeit lernte Brian Steve Hewitt kennen und die Idee, als Rockmusiker seinen Lebens-unterhalt zu verdienen, wurde mehr und mehr Realität.

Gerade in den ersten Jahren des Erfolgs gab sich Brian völlig dem „Sex, drugs & rock’n’roll“-Lifestyle hin und es war wohl ein Fest für die Presse, alle Skandälchen haarklein zu berichten, zumal Brian nur selten ein Blatt vor den Mund nahm und gerade von seiner Bisexualität gerne erzählte. Irgendwann stellte er aber fest, dass die Medien mehr Interesse an seinem Privatleben als an seiner Musik zu haben schienen und beschloss daher, kaum noch private Informationen preiszugeben. Er will als Sänger und Gitarrist der Band Placebo ernstgenommen werden und widmet sich von Anfang an auch Seitenprojekten (zuletzt z.B. mit Timo Maas), die er durch seine einzigartige Stimme bereichert.

Seit Herbst 2005 ist Brian Vater von Cody, dessen Mutter die Fotografin Helena Berg ist.